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Kinder/Schwangerschaft
Multivitaminpräparate in der Schwangerschaft senken Autismusrisiko

  • Autor: Carina Rehberg
  • aktualisiert: 13.10.2017
Multivitaminpräparate in der Schwangerschaft senken Autismusrisiko
© altanaka – Shutterstock.com

Werden in der frühen Schwangerschaft Multivitaminpräparate eingenommen, dann scheint diese Massnahme das Autismusrisiko zu senken. Denn Mütter, die keine Multivitaminpräparate nahmen, hatten laut einer Studie, die im Oktober 2017 im British Medical Journal veröffentlich wurde, ein entsprechend höheres Risiko, ein autistisches Kind zu bekommen. Zwar sei die Beweislage noch nicht eindeutig, so die Forscher, doch sollte man unbedingt in dieser Richtung weiterforschen, da es sich um eine sehr einfache Massnahme handelt, die jede werdende Mutter leicht umsetzen kann.

Multivitaminpräparate in der Schwangerschaft beeinflussen Autismusrisiko

Die Zahlen der Autismusbetroffenen steigen seit Jahren kontinuierlich. In Grossbritannien soll 1 Prozent der Bevölkerung autistisch sein. In den USA betrifft der Autismus 2 bis 3 Prozent der Kinder. Man glaubt, dass sich die Krankheit im Mutterleib entwickelt und auch die Ernährung während der Schwangerschaft gewisse Einflüsse auf das Autismusrisiko haben kann.

Ein internationales Forscherteam untersuchte daher unlängst, ob Nahrungsergänzungen (Folsäure, Eisen und Multivitaminpräparate) während der Schwangerschaft das Autismusrisiko beeinflussen können. Die Daten von über 273.000 Mutter-Kind-Paaren aus Stockholm/Schweden wurden zu diesem Zweck mit Hilfe von drei verschiedenen Methoden analysiert. Die Kinder waren zwischen 4 und 15 Jahre alt und waren zwischen 1996 und 2007 geboren worden.

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Schutzwirkung durch Vitaminpräparate

Es zeigte sich, dass die Einnahme von Multivitaminpräparaten (mit oder ohne Eisen/Folsäure) mit einem reduzierten Autismusrisiko einherging (im Vergleich zu Müttern, die keine Multivitaminpräparate zu sich nahmen). Während sich in einer Studie der University of Calfornia in Bezug auf Autismus eine gute Schutzwirkung einer reinen Folsäureeinnahme ergeben hatte (800 µg pro Tag vor der Schwangerschaft und in den ersten Schwangerschaftsmonaten), fand sich in der vorliegenden Studie nur bei der Einnahme von Multivitaminpräparaten ein präventiver Effekt.

Da verschiedene Analysemethoden zum Einsatz kamen, die allesamt zum selben Ergebnis führten, schliessen die beteiligten Wissenschaftler mögliche Störfaktoren, die das Ergebnis gravierend verfälschen könnten, aus. Natürlich dürfen die Forscher aufgrund ihrer Studie Schwangeren nun nicht den Rat zur Einnahme von Multivitaminpräparaten geben, empfehlen aber ihren Kollegen die Durchführung randomisierter Studien, um alsbald tatsächlich praktikable Empfehlungen geben zu können.

Weitere Risikofaktoren für Autismus

Während nun Folsäure als auch Multivitaminpräparate in der Schwangerschaft das Autismusrisiko zu reduzieren scheinen, werden Asthma-Medikamente, Paracetomol (Schmerzmittel) und Antidepressiva – wenn diese von der schwangeren Frau genommen werden – mit einem erhöhten Autismusrisiko in Verbindung gebracht:

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