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Kinder/Schwangerschaft
Vitamin-B12-Mangel der Mutter kann beim Kind Diabetes verursachen

  • Autor: Anne Rothstein
  • aktualisiert: 31.01.2018
Vitamin-B12-Mangel der Mutter kann beim Kind Diabetes verursachen
© Mircea.Netea - Fotolia.com

Wenn Frauen während der Schwangerschaft an einem Vitamin-B12-Mangel leiden, kann dies beim Kind zu Stoffwechselstörungen führen und bei ihm das Risiko für Typ-2-Diabetes erhöhen – so eine Studie der University of Warwick im November 2016. Angesichts der steigenden Diabetikerzahlen sollten schwangere Frauen in jedem Fall auf ihre Vitamin-B12-Versorgung achtgeben – und zwar unabhängig davon, ob sie nun vegan, vegetarisch oder normal essen. Denn auch Frauen, die Fleisch und Milchprodukte essen, können einen Vitamin-B12-Mangel entwickeln.

Vitamin-B12-Mangel in der Schwangerschaft: Diabetes beim Kind

Ein Vitamin-B12-Mangel während der Schwangerschaft kann beim Kind den Stoffwechsel derart beeinflussen, dass es im späteren Leben ein erhöhtes Risiko für Typ-2-Diabetes hat – so eine neue Studie (November 2016), die bei der jährlichen Konferenz der Society for Endocrinology in Brighton vorgestellt wurde.

Vitamin B12 ist ein Vitamin, das sich natürlicherweise in tierischen Lebensmitteln findet, wie z. B. in Fleisch, Fisch, Geflügel, Eier und Milchprodukten, was häufig zur Vermutung führt, dass Veganer und Vegetarier eher von einem Vitamin-B12-Mangel betroffen sein müssten als Normalesser, was aber nicht unbedingt der Fall sein muss. Auch bei Normalessern gibt es etliche Risikofaktoren, die zu einem Vitamin-B12-Mangel führen können, z. B. Magen-Darm-Probleme oder auch manche Medikamente. Das Essen von tierischen Lebensmitteln garantiert also nicht automatisch eine optimale B12-Versorgung.

Vitamin-B12-Mangel in der Schwangerschaft: Gesundheitsprobleme beim Kind

Zuvor hatten frühere Studien bereits ergeben, dass werdende Mütter mit einem Vitamin-B12-Mangel auch einen höheren BMI (also Übergewicht) hatten und häufiger Kinder mit niedrigem Geburtsgewicht, aber gleichzeitig erhöhtem Cholesterinspiegel auf die Welt brachten.

Diese Kinder leiden dann schon früh an einer Insulinresistenz (Vorstufe des Typ-2-Diabetes), was bedeutet, dass ihre Körperzellen nicht so gut auf das Insulin ansprechen.

Wie mütterlicher Vitamin-B12-Mangel beim Kind zu Diabetes führt

In der vorliegenden Studie nun gingen die Forscher der University of Warwick davon aus, dass die Stoffwechselveränderungen, die Kinder infolge eines Vitamin-B12-Mangels entwickeln, das Ergebnis abnormaler Leptinspiegel sein könnten. Leptin ist ein Sättigungshormon. Es wird von den Fettzellen ausgeschüttet, um dem jeweiligen Menschen mitzuteilen, dass er nun genügend gegessen hat.

Bei einer fettarmen Ernährung und bei gesundem Körpergewicht sind die Leptinspiegel im Gleichgewicht. Bei Übergewicht steigen die Leptinwerte und bleiben permanent erhöht. Das wiederum kann zu einer Leptinresistenz führen, was bedeutet, dass der Mensch nicht mehr auf das Leptin reagiert, er fühlt sich nicht mehr richtig satt und neigt daher ständig dazu, sich zu überessen. Übergewicht und Überessen führen jetzt aber zu einem erhöhten Risiko für Diabetes Typ 2.

Die Leptinspiegel werden daher auch als Marker für den Körperfettgehalt betrachtet. Je höher die Leptinwerte, umso mehr Körperfett hat ein Mensch.

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Vitamin-B12-Mangel in der Schwangerschaft kann Gene beim Kind verändern

Die Forscher stellten nun fest, dass Babys, die von Müttern mit Vitamin-B12-Mangel geboren wurden, erhöhte Leptinspiegel aufweisen. Ein mütterlicher Vitamin-B12-Mangel kann also offenbar das Leptingen umprogrammieren, so dass zu viel dieses Hormons ausgeschüttet wird, während der Embryo wächst und sich entwickelt.

Die Nährstoffversorgung, die von der Mutter dem Kind zur Verfügung gestellt wird, programmiert somit die Gesundheit des Kindes (auch in seinem späteren Leben) schon im Mutterleib", erklärte Dr. Ponusammy Saravanan, Autor der Studie.

Vitamin-B12-Mangel der Mutter verändert den Fettstoffwechsel beim Kind

Wir wissen, dass Kinder, die von unter- oder auch überernährten Müttern geboren werden, ein viel höheres Risiko für Krankheiten haben. Dazu gehört in erster Linie der Typ-2-Diabetes. Wir beobachten aber auch, dass der mütterliche Vitamin-B12-Mangel den Fettstoffwechsel beeinträchtigt, was ebenfalls das Diabetesrisiko erhöht."

Die Leptinspiegel können aus zwei Gründen steigen", erklärt Dr. Adaikala Antonysunil, der ebenfalls an der Studie mitwirkte.

Niedrige Vitamin-B12-Spiegel können entweder die Fettakkumulation im Embryo erhöhen, was die Leptinspiegel erhöht. Oder aber der Vitamin-B12-Mangel verursacht direkt in den am Leptinspiegel beteiligten Genen des Kindes Veränderungen, was zu einer erhöhten Eigenproduktion des Hormons führt. Das Vitamin B12 ist an Methylierungsreaktionen in der Zelle beteiligt. Genau diese aber können Gene an- oder ausschalten und so auch die Gene für die Regulierung des Leptinspiegels."

In der Schwangerschaft auf gute Vitamin-B12-Versorgung achten

In der Schwangerschaft ist es daher besonders wichtig, sich um eine gute Vitamin-B12-Versorgung zu kümmern. Wir haben hier alle wichtigen Details zu diesem Thema zusammengefasst: Vitamin-B12-Mangel vorbeugen und beheben

Und falls Sie sich auf vegane Weise mit Vitamin B12 versorgen möchten, finden Sie hier alle Informationen zu möglichen oder unmöglichen veganen Vitamin-B12-Quellen: Vegane Vitamin-B12-Quellen

Quelle:

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Anonym schrieb am 15.07.2017

Hallo liebes Zentrum der Gesundheit-Team, ihr habt mir schon einmal in der Stillzeit geholfen und mir geschrieben, dass ich mich immer an euch wenden kann, deshalb bräuchte ich noch einmal eure hilfe, da ich mit etwas unsicher bin. Natürlich weiss, ich dass ihr keinen Arztbesuch ersetzt aber ich habe eine Frage zu B Vitaminen. ich habe bisher von Ratiopharm den Vitamin B Complex genommen, allerdings ist dieser synthetisch und ich würde gerne auf eine natürliche Variante umsteigen. Da ich stressbedingt öfter "Augenlidzucken" habe, nehm ich von dem Komplex bei Bedarf zwei Tabletten. Nun weiss ich nicht ob ich ihren B Complex von Eurer Partnerseite nehmen soll, der mir aber von der Dosierung als sehr niedrig erscheint oder besser den Vitamin B Mix? Allerdings ist der Mix fünfmal so hoch wie der Complex von Ratiopharm dosiert und die Zeitung Ökotest schreibt, dass Vitamin B6 ab 50 mg täglich starke Leberschäden herbeiruft. Was soll ich nun machen? Schaden die 50 mg bei Nahrungsergänzungen oder bezieht sich das eher auf synthetische Vitamine? Noch zu erwähnen ist, dass ich aktuell stille und sowieso einen starken Vitamin B Bedarf habe;-) viele Grüße und ich freue mich über eine baldige Antwort! Liebe Grüße!

Antwort vom Zentrum der Gesundheit

In der Stillzeit sollten Sie nicht mehr als 25 mg Vitamin B6 pro Tag nehmen - so wird empfohlen. Dies schränkt bereits Ihre Wahl an zur Verfügung stehenden Präparaten ein, so dass es nicht mehr so schwerfällt, eine Entscheidung zu treffen :-)

Das Magazin Ökotest schreibt unseren Informationen zufolge nichts von Leberschäden in Verbindung mit Vitamin B6. Dort schreibt man vielmehr dies: "So führte die langfristige Einnahme von täglich 50 bis 500 mg Vitamin B6 - 1,2 bis 1,6 mg werden als ausreichend angesehen - zu Nervenschäden."

Die Angabe 50 bis 500 mg ist jedoch viel zu ungenau, wenn nicht gar inkorrekt.

So schreibt z. B. das University of Maryland Medical Center, dass ein gewisses Risiko für Nervenschäden durch Vitamin B6 erst bei einer langfristigen Einnahme von mehr als 200 mg vorliege. Ein erhöhtes Risiko liege jedoch erst bei 500 bis 1000 mg pro Tag vor.
Daher solle man höchstens 100 mg pro Tag zu sich nehmen.

Bedenken Sie überdies, dass Präparate wie der B-Mix häufig eher therapeutisch, also kurweise eingesetzt werden, wenn konkrete Beschwerden oder B-Mängel vorliegen. Zur Deckung des Tagesbedarfs genügen geringer dosierte Präparate.

Denken Sie bei Augenlidzucken auch immer an Magnesium!

Alles Gute!

Ihr Team vom
Zentrum der Gesundheit