Risiko für die Gesundheit
Künstliche Süssstoffe schaden den Blutgefässen

  • Autor: Carina Rehberg
  • veröffentlicht: 02.05.2018
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Künstliche Süssstoffe schaden den Blutgefässen
© istockphoto.com/AndreyPopov

Natürlich wissen wir längst, dass Zucker nicht gesund ist und das Risiko für viele Gesundheitsbeschwerden erhöht. Süssstoffe galten einst als wunderbare Alternative. Inzwischen weiss man jedoch, dass auch sie die Gesundheit negativ beeinflussen. Jetzt konnten Forscher zeigen, dass Süssstoffe sogar ganz ähnliche Folgen für die Gesundheit haben wie Zucker, diese jedoch über ganz andere Wirkmechanismen verursachen. Auf die Frage, „was ist besser, Zucker oder Süssstoffe?“, gibt es daher nur eine Antwort: Besser beides meiden!

Süssstoffe oder Zucker: Beides macht krank!

Wer reichlich Zucker zu sich nimmt – oft unbeabsichtigt über Fertigprodukte – fördert Übergewicht, kann leichter Diabetiker werden und hat ein erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Also greifen viele Menschen zu künstlichen Süssstoffen wie Aspartam, Acesulfam-K, Saccharin & Co.

Auch werden viele Getränke, Fertigprodukte und Snacks von der Lebensmittelindustrie längst mit Süssstoffen gesüsst angeboten und somit verlockend mit geringer Kalorienzahl beworben. Ja, Süssstoffe zählen gar zu den am meisten eingesetzten Lebensmittelzusatzstoffen und lassen Verbraucher Tag für Tag glauben, sie könnten auf diese Weise guten Gewissens Süsses geniessen.

Immer mehr Studien zeigen jedoch, dass Süssstoffe keineswegs eine gesunde Alternative zu Zucker darstellen. Denn auch sie führen zu Übergewicht und Stoffwechselstörungen, wie etwa Diabetes. Selbst das Risiko für eine Demenz steigt, wenn man regelmässig mit Süssstoffen süsst.

Yacon

Übergewicht und Diabetes

Beim jährlichen Experimental Biology 2018 in San Diego (einer Konferenz, bei der sich die Mitglieder verschiedener wissenschaftlicher Gesellschaften treffen) stellte Dr. Brian Hoffmann, Assistenzprofessor für biomedizinisches Ingenieurswesen an der Marquette University und dem Medical College of Wisconsin in Milwaukee neue Erkenntnisse in Sachen Süssstoff vor.

Hoffmann erklärte zunächst, warum dieses Thema sein Interesse geweckt hatte:

„Obwohl so viele Menschen diese kalorienfreien künstlichen Süssstoffe statt Zucker verwenden, haben wir heute extrem viele Übergewichtige und Diabetiker.“

Süssstoffe scheinen daher keine Lösung zu bieten, wenn man schlank und gesund bleiben will.

Zucker und Süssstoffe schaden den Blutgefässen

Hoffmanns Studie ist bislang die erste Untersuchung, die sich in dieser Intensität den biochemischen Einflüssen von künstlichen Süssstoffen auf den Körper widmete. Das Ziel war herauszufinden, wie genau sich einerseits Zucker (Glucose und Fructose) und andererseits Süssstoffe (Aspartam und Acesulfam-K) auf die Blutgefässwände auswirkten.

Es zeigte sich, dass alle Süssungsmittel gleichermassen die Funktionsfähigkeit der Blutgefässe beeinträchtigten. Allerdings geschah dies auf ganz unterschiedliche Weise. Hoffmann sagte:

„In unseren Untersuchungen hatten sowohl Zucker als auch Süssstoffe negative Auswirkungen, die langfristig zu Übergewicht und Diabetes führen können, jedoch über ganz verschiedene Mechanismen.“
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Süssstoff kann sich im Körper ablagern

Im Blut kam es durch beide Süssungsmittelgruppen zu Änderungen unter anderem im Fettspiegel und auch im Aminosäurespiegel. Besonders Süssstoffe änderten die Art der Fettverstoffwechslung genauso wie die Art der Energiegewinnung. Acesulfam-K schien sich gar über kurz oder lang im Körper abzulagern und führte zu stärkeren Schäden an den Blutgefässwänden als die übrigen Süssungsmittel.

„Der Organismus verfügt zwar über Mechanismen, wie er kleine Zuckermengen verarbeiten kann. Wird jedoch über einen längeren Zeitraum zu viel Zucker verzehrt, dann brechen diese Mechanismen zusammen”, so Hoffmann. „Ersetzt man den Zucker nun aber mit künstlichen Süssstoffen, dann ergeben sich negative Änderungen im Fett- und Energiestoffwechsel.“

Allein der Verzicht auf Süssstoffe und Zucker schützt noch nicht vor Krankheiten

Leider sinkt das Risiko für Übergewicht und Diabetes nun aber nicht allein dadurch, indem man sofort künstliche Süssstoffe oder Zucker vom Speiseplan streicht. Denn die beiden Problematiken entstehen meist durch eine Kombination mehrere Risikofaktoren, zu denen u. a. auch Bewegungsmangel, Stress und eine insgesamt ungesunde Ernährung gehören.

Hoffmann warnt:

„Wer jedoch zu den üblichen Risikofaktoren zusätzlich künstliche Süssstoffe oder Zucker konsumiert, erhöht sein Risiko für Übergewicht und Diabetes noch weiter.“

Verschiedene Süssungsmittel bieten sich als Alternativen für Zucker und künstliche Süssstoffe an, doch sollten auch sie im Rahmen einer gesunden basenüberschüssigen Ernährung nur in gemässigten Mengen und am besten nicht täglich verwendet werden. Denken Sie bei Übergewicht an all die Dinge, die Sie tun können, um auf gesunde Weise abnehmen zu können – und selbst Diabetes (Typ 2) ist heilbar!

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