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Krankheit
Soja und Kohlgemüse lindern Nebenwirkungen bei Brustkrebs-Therapie

  • Autor: Carina Rehberg
  • veröffentlicht: 11.01.2018
Soja und Kohlgemüse lindern Nebenwirkungen bei Brustkrebs-Therapie
© istockphoto.com/cobraphoto

In der konventionellen Behandlung von Brustkrebs kommt häufig die sog. Antihormon-Therapie zum Einsatz. Dabei werden über viele Jahre hinweg Medikamente gegeben (z. B. Tamoxifen), die den Östrogenspiegel senken oder die Östrogenwirkung hemmen. Das Östrogen könnte andernfalls den Brustkrebs wieder wachsen lassen. Die Antihormon-Therapie aber hat zahlreiche Nebenwirkungen. Im Dezember 2017 zeigten Forscher, dass der Verzehr von Sojaprodukten und Kohlgemüse die Nebenwirkungen der Antihormon-Therapie lindern kann.

Nebenwirkungen der Antihormon-Therapie durch Ernährung lindern

Frauen, die einen Brustkrebs überstanden haben, müssen oft auch nach erfolgreicher Krebsbekämpfung noch über Jahre hinweg Medikamente nehmen. Diese sollen einen Rückfall verhindern, indem sie die körpereigene Östrogenproduktion hemmen oder die Östrogenwirkung blockieren.

Östrogene gelten als Hormone, die das Tumorwachstum (bei hormonabhängigem Brustkrebs) beschleunigen können. Der medikamentös erzielte Östrogenmangel führt jetzt jedoch zu Symptomen, die an die Wechseljahre erinnern, wie Hitzewallungen, Müdigkeit, Gelenkschmerzen und nächtliche Schweissausbrüche.

Forscher des Krebstherapiezentrums in Washington D. C. (Georgetown Lombardi Comprehensive Cancer Center) führten an 365 Teilnehmerinnen eine Studie durch, in der sie überprüften, ob man mit Hilfe einer bestimmten Ernährung die Nebenwirkungen der Antihormon-Therapie lindern könnte.

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Weniger Müdigkeit und weniger Gelenkschmerzen durch Sojaverzehr

Die leitende Studienautorin, Dr. Sarah Oppeneer Nomura sagte: "Die Symptome [der Antihormon-Therapie] können die Lebensqualität von Krebsüberlebenden so negativ beeinflussen, dass diese die Medikamente sogar absetzen. Wir sollten daher unbedingt die Wirkweise der Ernährung und anderer Lebensstilfaktoren verstehen lernen, da diese ein wichtiges Instrument werden könnten, mit dem wir die Nebenwirkungen der Antihormon-Therapie reduzieren können.“

Die Studie, die im Dezember 2017 im Journal Breast Cancer Research and Treatment veröffentlicht wurde, zeigte Interessantes: Wer viel Gemüse aus der Familie der Kreuzblütengewächse (Kohl, Senf, Rettich u. a.) und auch viele Sojaprodukte isst, leidet seltener an den genannten Nebenwirkungen. Ein üppiger Sojaverzehr wird ausserdem mit mehr Vitalität und weniger Müdigkeitserscheinungen in Verbindung gebracht. Auch klagten die Sojaliebhaberinnen weniger über Gelenkschmerzen, Haarverlust und Gedächtnisschwund.

Da unter den Teilnehmerinnen auch Chinesinnen waren, schaute man, ob sich nur bei ihnen ein Zusammenhang zwischen der Ernährung und dem Grad der Nebenwirkungen zeigte. Stattdessen entdeckte man, dass sich die soja- und gemüselastige Ernährung insbesondere bei den Nicht-Chinesinnen positiv auswirkte.

Isoflavone und Glucosinolate – zwei Pflanzenstoffe – sind für die positive Wirkung verantwortlich

Verantwortlich für die positive Wirkung dieser Lebensmittel sind vermutlich die enthaltenen Pflanzenstoffe. In Sojaprodukten sind es die Isoflavone und in Kreuzblütengewächsen die sog. Glucosinolate. Isoflavone beispielsweise binden an die Östrogenrezeptoren und blockieren diese, so dass das echte Östrogen keine Rezeptoren mehr findet. Gleichzeitig sorgen sie für eine schwache Östrogenwirkung und können auf diese Weise den medikamentös erzielten Östrogenmangel bis zu einem gewissen Grad kompensieren, jedoch ohne das Krebswachstum anzutreiben.

Wie genau Glucosinolate die Nebenwirkungen der Antihormon-Therapie lindern, ist noch nicht vollständig geklärt. Da Glucosinolate jedoch als generell krebshemmend gelten, ist der Verzehr von Kohlgemüse, Rettich, Kresse und Co. in jedem Fall eine gute Idee.

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Kohlgemüse lassen ein harmloses Östrogen entstehen

Einer der krebshemmenden Mechanismen der Glucosinolate wird folgendermassen beschrieben: Das körpereigene Östrogen (17β-Estradiol) kann zu 16α-Hydroxyestron verstoffwechselt werden oder zu 2-Hydroxyestron. Letzteres hat eine nur schwache Östrogenwirkung und beeinflusst einen hormonabhängigen Brustkrebs daher kaum, während 16α-Hydroxyestron eine starke Östrogenwirkung besitzt und zu einem Fortschreiten des Krebses beitragen kann. Kohlgemüse (und andere Gemüse, die Glucosinolate enthalten) sollen nun dafür sorgen können, dass aus 17β-Estradiol verstärkt 2-Hydroxyestron wird und nicht das krebsfördernde 16α-Hydroxyestron.

Während bei der Antihormon-Therapie das Östrogen blockiert wird, was unweigerlich zu Nebenwirkungen führt, lassen die Glucosinolate einfach nur eine Östrogenform entstehen, die keine krebsfördernde Wirkung hat. Da aber nach wie vor ein Östrogen vorhanden ist und auch an die Östrogenrezeptoren bindet, kommt es nicht zu Östrogenmangelsymptomen.

Soja und Kohl wirken in der Brustkrebs-Therapie am besten, wenn sie schon seit Jahren verzehrt werden

Aus früheren Studien wusste man bereits, dass Stoffe aus Soja und Kreuzblütengewächsen ausserdem direkt Brustkrebszellen hemmen können, aber nur wenn die Patienten schon vor der Krebsdiagnose diese Lebensmittel regelmässig gegessen hatten, also an sie gewöhnt waren und sie auch während der Erkrankung sowie danach weiterhin assen. Wir hatten hier darüber berichtet: Soja schützt vor Brustkrebs

Frauen jedoch, die nie zuvor Sojaprodukte und auch nur wenig Kohlgemüse gegessen haben, sollten nicht plötzlich verstärkt auf diese Lebensmittel zurückgreifen. Die positive und schützende Wirkung soll hauptsächlich bei Frauen eintreten, die bereits vor ihrer Erkrankung, ja im besten Falle schon ihr ganzes Leben lang gerne Sojaprodukte und Kohlgemüse gegessen haben. Bei ihnen führt der Verzehr von Soja und Kohl zu einer geringeren Rückfallquote und einem generell geringeren Risiko, am Krebs zu versterben.

Wie sich die beiden Lebensmittelgruppen jedoch bei anderen Frauen auswirken, ist noch nicht bekannt. Natürlich kann man dennoch regelmässig Kohl etc. essen, aber nicht in ungewöhnlich grossen Mengen.

Weitere Informationen zur Wirkung von Sojaprodukten bei Krebs finden Sie hier: Soja bei Krebs – wann nützlich, wann schädlich

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