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Ernährung
Für Schweinefleisch müssen auch Pferde leiden

  • Autor: Carina Rehberg
  • aktualisiert: 13.01.2017
Für Schweinefleisch müssen auch Pferde leiden
© Puhach Andrei – Shutterstock.com

Für die Schweinefleischproduktion müssen nicht nur Schweine leiden und sterben, sondern auch Pferde. Denn Schweine erhalten Hormone, die aus dem Blut trächtiger Stuten in Südamerika gewonnen werden. Wie es den Hormonlieferanten in Argentinien und Uruguay ergeht, interessiert dabei niemanden. Die abgezapften Blutmengen sind hoch, die Pferde werden immer schwächer, die Fohlen werden abgetrieben und die Stuten erneut geschwängert – bis sie schliesslich zusammenbrechen und der Schlachthof die letzte Station ist. Helfen Sie den Pferden und unterzeichnen Sie die entsprechende Petition!

Pferdequälerei: Blut von trächtigen Stuten für die Schweinemast in der EU

Hunderte trächtige Pferde werden einmal wöchentlich in enge Boxen getrieben, dort werden sie an Maschinen angeschlossen. Am Hals wird ihnen literweise Blut abgesaugt. Geschwächt, teilweise schwankend treibt man sie nach zehn Minuten wieder hinaus. In zehn Minuten können bis zu 10 Liter Blut abgezapft werden. Viel zu viel, denn manche brechen zusammen und sterben. Andere halten durch – und werden alsbald wieder an die Zapfmaschine getrieben.

Kein Pferd will dorthin, also wird es mit Schlägen und Elektroschocks in die Zelle gezwungen – so zeigt es Bildmaterial von Tierschützern der Animal Welfare Foundation, die im April 2015 stundenlang mit versteckter Kamera auf einer Pferdeblutfarm in Uruguay gefilmt hatten. Das Bild- und Informationsmaterial finden Sie hier.

Aus dem Blut stellen europäische Pharmakonzerne Hormonpräparate für die Schweinemast her. Die Gewinne bewegen sich in zweistelliger Millionenhöhe. Bis jetzt verschliesst die EU die Augen. Doch will die Organisation AVAAZ bis zum nächsten Treffen des EU-Rates 1,5 Millionen Unterschriften sammeln, um die EU zu Massnahmen gegen die Pferdequälerei zu bewegen.

So könnten beispielsweise Importe von Gütern verboten werden, die unter Einsatz von grausamen und tierquälerischen Methoden hergestellt wurden. Machen Sie mit – und unterzeichnen Sie hier die Petition. Danke!

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Pferdeblut-Farmen für die industrielle Hormonproduktion

Tierfarmen für die Fleischproduktion oder Pelzgewinnung sind bekannt. Tierfarmen zur Blutgewinnung hingegen noch nicht. In Uruguay und Argentinien gibt es sie in abgelegenen Regionen. Dort zapft man trächtigen Stuten Blut ab, ohne jede Rücksicht auf ihren Gesundheitszustand.

Das Blut wird für die Herstellung von PMSG benötigt. PMSG heisst Pregnant Mare Serum Gonadotropin und steht für Gonadotropin aus dem Serum trächtiger Stuten. Gonadotropine sind Geschlechtshormone, die die Keimdrüsen stimulieren und – verabreicht man es nichtschwangeren Tieren – zur vorzeitigen Brunst führen.

Man gibt sie in der Schweinemast den Zuchtsauen – in Deutschland, der Schweiz und anderen europäischen Ländern. Das ist für das Schwein zwar nicht gesund, aber für den Schweinezüchter sehr rentabel. Denn "die Abläufe im Stall lassen sich nun besser steuern", so die Süddeutsche Zeitung. Die Schweine werden auf diese Weise alle gleichzeitig brünstig, können also alle gleichzeitig befruchtet werden. Folglich gebären alle gleichzeitig und die Ferkel werden gleichzeitig schlachtreif.

Ein Schwein jedoch hat nach der Geburt einen natürlichen Schutz, damit es nicht gleich wieder trächtig werden kann. Auf diese Weise sorgt die Natur dafür, dass sich das Tier in aller Ruhe erholen kann. In der industriellen Landwirtschaft und Viehzucht gibt es das Wort Erholung nicht. Hier wird knallhart kalkuliert, was heisst:

Es müssen so viele Ferkel wie möglich pro Jahr geboren werden – und zwar gleichzeitig. Das Hormonpräparat PMSG hilft dabei. Zwar sterben sodann nach der Geburt einige der Ferkel wieder, weil die Mutter für so viele Ferkel gar nicht genug Zitzen hat, aber das kümmert nicht wirklich. Im Gegenteil: 80 Prozent der Ferkelproduzenten setzen derartige Hormonpräparate ein – so ein Vertreter der Pharmaindustrie. Der Zentralverband der Deutschen Schweineproduktion e. V. hingegen spricht nur von 15 Prozent. Überprüfen, wer nun Recht hat, kann man nicht, da es bei den Hormonpräparaten keine Meldepflicht wie etwa bei den Antibiotika gibt.

Erst Pferdeblut, dann Pferdefleisch – alles für Europa

Seit 30 Jahren gibt es die Pferdeblut-Farmen. Es ist ein lukratives Geschäft, in der Hand weniger Geschäftsleute, die ohne jegliche Kontrollen auf ihren Farmen Zehntausende Pferde systematisch quälen und schliesslich töten lassen – für die Schweinefleischesser in der Schweiz und der EU. Die Blutabnahmen werden so lange durchgeführt, bis die Stuten an Anämie kollabieren. Sie werden dann an Schlachthöfe vor Ort verkauft, die von der EU zertifiziert sind (z. B. Lamar und Clay), so dass ihr Fleisch anschliessend nach Europa exportiert werden kann – für den menschlichen Verzehr versteht sich.

Das Fernstudium der ganzheitlichen Ernährungsberatung

In Pferdeblut-Farmen: Pferdequal an der Tagesordnung

Die Süddeutsche Zeitung berichtete schon am 29. September 2015 unter dem Titel "Wie Pharmakonzerne mit Pferdeblut Geschäfte machen" von den Zuständen in Pferdeblut-Farmen:

Die Blutentnahme dauert etwa zehn Minuten. Dann zieht ein Arbeiter die Nadel und den Ablaufschlauch aus dem Hals der Pferde. Es sieht nicht aus, als ob es ihm ein Anliegen wäre, dass alles möglichst schmerzfrei zugeht. Eine Stute mit schwarz-weißem Fell wankt aus einer Fixierbox, offenbar entkräftet vom hohen Blutverlust. Sie bricht zusammen. Niemand scheint sich um sie zu kümmern. Die Stute steht wenig später wieder auf, aber sie ist zu schwach, um ihren Kopf zu halten und stützt ihn auf dem Zaun der Stallbox ab. Jetzt kommt ein Arbeiter und versucht das zitternde Tier zu verscheuchen. Der Arbeiter steigt auf das Geländer und tritt der Stute drei Mal mit dem Fuß ins Gesicht. Sie bricht erneut zusammen." Der Arbeiter geht weg.

Die Farm gehört der Firma Syntex S.A. Sie ist spezialisiert auf den Export von Pferdeblut-Produkten. Ihre Kunden sind Pharmafirmen in25Ländern weltweit, die aus PMSG besagte Hormonpräparate für die Schweinezucht herstellen. Laut derSüddeutschen Zeitung ist es "ein Millionengeschäft, das weitgehend im Verborgenen abläuft und kaum kontrollierbar ist – auch weil Gesetze fehlen."

Auf den Aufnahmen der Animal Welfare Foundation lassen sich in fünf Stunden etwa100Prügelszenen erkennen, wenn versucht wird, die traumatisierten Tiere in die Blutentnahme-Boxen zu treiben. Es handelt sich auch nicht um einen Einzelfall, denn auf vier weiteren – allesamt EU-lizensierten – Pferdeblut-Farmen konnten die Tierschützer ganz ähnliches Material sammeln.

Kein Gesetz schützt die Pferde

Die Firma selbst behauptet, ihre Farmen regelmässig zu prüfen, wobei keine Tierschutzverstösse entdeckt werden könnten, auch nicht in den von den Tierschützern angegebenen Farmen. Alles sei vollkommen in Ordnung, heisst es da. Die Frage ist, welche Massstäbe kommen bei den Kontrollen zum Einsatz, denn weder in Uruguay noch in Argentinien gibt es Gesetze, die sich dem Leben von Pferden in Pferdeblut-Farmen widmen würden.

Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass die Pferdeblut-Gewinnung, wie sie in Südamerika gang und gäbe ist, in der EU gar nicht erlaubt wäre. Kein Wunder bezieht die Tochterfirma von Merck ihr Pferdeblut jetzt nicht mehr in den Niederlanden, wie zuvor, sondern nur noch aus Uruguay und Chile. Dort lässt es sich billiger produzieren, weil keine Tierschutzgesetze eingehalten werden müssen.

Und falls Sie sich fragen sollten, was denn mit all den Fohlen geschieht, so ist die Antwort recht einfach: Offenbar werden diese systematisch abgetrieben, sterben aber oft auch schon vor der Geburt noch im Mutterleib, weil die Stuten derart geschwächt sind.

Unterzeichnen Sie die Petition zum Schutz der Pferde!

Sie finden die zwei entsprechenden Artikel der Süddeutschen Zeitung hier: Wie Pharmakonzerne mit Pferdeblut Geschäfte machen und hier: Pferde-Blutfarmen sollen unter Aufsicht

Das Material der Animal Welfare Foundation finden Sie hier: Blood farms

Bitte unterzeichnen Sie die Petition, um den EU-Verantwortlichen zu signalisieren, dass Produktimporte aus Tierquälerei nicht Ihre Zustimmung finden:

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Rüdiger D. schrieb am 20.01.2017

Mit AVAAZ kurz die Welt retten? »Was ist AVAAZ? Gegründet Anfang 2007 als Kind der US-Organisationen „ResPublica“ und „MoveOn“. Die AVAAZ-Macher (dabei dreht sich vieles um Ricken Patel, Geschäftsführer von AVAAZ) haben Verbindungen zur Rockefeller- und Bill Gates-Foundation, aber auch zu anderen international agierenden Polit-Organisationen wie „International Crisis Group“ (mit Al Gore, Joschka Fischer im Beirat und Volker Rühe als externer Berater – alles nicht gerade Freunde des Weltfriedens). Was will AVAAZ? Menschen wollen Gutes tun, also bietet man ihnen die Möglichkeit – ohne den Obrigkeiten in die Quere zu kommen – das ist die Geschäftsidee. Was aus der jeweiligen Kampagne geworden ist, erfährst du nie. Aber du hast vielleicht dein Gewissen erleichtert und deine Adresse abgegeben. Was hat AVAAZ davon? Ca. 14 Mio. „Mitglieder“-Daten, Einnahmen von Spendern und Sponsoren. Sogar durch Panikmache, wie vor kurzem: AVAAZ sei in Gefahr, eine Hackerkampagne versuche die Plattform zu zerstören, es würden Millionen Spenden der Mitglieder und ihrer Freunde gebraucht, um denen das Handwerk zu legen. Und das „Wunder von AVAAZ“ geschah: Innerhalb eines Tages war der Angriff abgewehrt, kein Wort auf der Homepage darüber, über die Spenden schon gar nicht. Und die Kampagnen jagten einander wieder. Wie wirbt AVAAZ? Mit Themen, die weltweit die Menschen bewegen – immer kurz vor der Katastrophe. Dein Mausklick und der deiner Freunde verhindert sie. Wer nicht klickt, ist schuld wenn Genitalverstümmelung an Mädchen, Steinigung von Frauen, Vergewaltigungen, Kriege weitergehen, Delfine und Bienen nicht gerettet werden, die Armut nicht aufhört und der Planet zerstört wird ...« Doch wie sollen wir die Welt verändern, wenn wir uns nicht selbst verändern und lernen, die Verantwortung für sie zu übernehmen und uns dafür zusammenzuschließen? Quelle: Originaltext

Es geht nicht um Alternativen, erkenne die Fehler im System die es zu beseitigen gilt. Das funktioniert leider nicht mit Petitionen und Co., sondern in der Verhaltensweise jeder einzelnen Kreatur >>> hierzu das Interview mit Eva Hermann und Andreas Popp von der Wissensmanufaktur >>> Link <<< Warum immer mehr Menschen für immer weniger Geld arbeiten

Antwort vom Zentrum der Gesundheit

Hallo Rüdiger

Man kann vermutlich – wenn man möchte und sucht – überall negative Aspekte finden. Es gibt sie immer, jene Menschen, die hinter jeder guten Tat böse Beweggründe vermuten. AVAAZ macht immer wieder auf Misstände aufmerksam, auf Misstände, von denen die Welt oft gar nicht erfahren hätte. Wer bei AVAAZ unterschreibt, hätte ohne AVAAZ gar nichts getan, weil er vielleicht gar nichts von der Problematik erfahren hätte. Wer sich wirklich für die Problematik interessiert, kann jetzt weiter recherchieren und sich mit Organisationen in Verbindung setzen, die konkret an der Behebung dieses einen Misstandes arbeiten. AVAAZ kann also der Einstieg für sicher nicht alle, aber doch für einige Menschen, sich zu engagieren und aktiv zu werden.

Neutrale Quellen berichten überdies regelmässig davon, dass sowohl Unterschriften als auch die von AVAAZ gesammelten Spendengelder ordnungsgemäss übergeben werden. Es geht überdies an keiner Stelle darum, "kurz die Welt zu retten". Es geht darum, einen Anfang zu machen und Aufmerksamkeit auf wichtige Probleme unserer Gesellschaft zu lenken. Was konkret würden Sie empfehlen, um Misstände zu beheben? Kritik ist toll, aber ohne konstruktive Vorschläge und Alternativen nicht wirklich hilfreich.

Viele Grüsse

Ihr Team vom
Zentrum der Gesundheit