Ernährung
Rohkost ist für die Psyche besser als Gekochtes

  • Autor: Carina Rehberg
  • veröffentlicht: 19.04.2018
  • 2 Kommentare
Rohkost ist für die Psyche besser als Gekochtes
© istockphoto.com/Wavebreakmedia

Oft heisst es, gekochtes Obst und Gemüse sei viel besser für die Gesundheit, da es leichter verdaulich sei. Für die mentale Gesundheit jedoch ist rohes Obst und Gemüse deutlich sinnvoller, wie Forscher von der University of Otago im April 2018 verkündeten. Gekochtes Obst und Gemüse mag daher leichter verdaulich sein, doch bedeutet dies nicht zwangsläufig, dass es auch gesünder ist. Ratsam wäre es, das Verdauungssystem langsam aber sicher an mehr Rohkost zu gewöhnen und damit der eigenen Psyche etwas Gutes zu tun.

Rohes Obst und Gemüse: Gesünder für die Psyche

Forscher von der University of Otago haben festgestellt, dass rohe Früchte und Gemüse offenbar besser für die psychische Gesundheit sind als gekochte, eingedoste oder anderweitig verarbeitete Früchte und Gemüse.

Dr. Tamlin Conner, Psychologin, Hochschuldozentin und Leiterin der Studie sagte:

„Bei den typischen offiziellen Kampagnen der Gesundheitsbehören wird stets nur die täglich zu verzehrende Obst-und-Gemüse-Menge angegeben, beispielsweise fünf Obst- und Gemüseportionen pro Tag, nicht aber ob man das Obst und Gemüse roh oder gekocht zu sich nehmen soll.“
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Entscheidend ist die Zubereitungsform

Conners Studie, die im April 2018 im Fachmagazin Frontiers in Psychology veröffentlicht wurde, zeigte, dass es für die Gesundheit nicht nur entscheidend ist, wie viel Obst und Gemüse man isst, sondern auch in welcher Form man es isst, wie es also zubereitet wurde.

“Mit unseren Forschungsarbeiten konnten wir ganz klar herausstellen, dass der Verzehr von unverarbeitetem Obst und Gemüse mit einer deutlich besseren mentalen Gesundheit in Verbindung steht – verglichen mit dem Konsum von gekochtem, eingedostem oder anderweitig verarbeitetem Obst und Gemüse“, erklärte Conner.

Kochen reduziert den Vitalstoffgehalt

Die Psychologin sieht den Grund darin, dass das Kochen und Verarbeiten die Vitalstoffgehalte der Früchte und Gemüse zu stark reduziere. Vitalstoffe aber sind unbedingt erforderlich für eine optimale mentale Gesundheit und eine stabile Psyche.

An der Studie nahmen 400 junge Erwachsene zwischen 18 und 25 Jahren teil. Sie stammten aus Neuseeland und den USA. Man wählte diese Altersgruppe, da junge Erwachsene von allen Altersgruppen am wenigsten Obst und Gemüse essen und gleichzeitig ein hohes Risiko aufweisen, an einer psychischen Störung zu erkranken.

Man untersuchte nun, wie viel Obst und Gemüse die Probanden im Allgemeinen essen, in welcher Form sie dies tun (gekocht, aus Dosen o. ä.) und wie es um ihre psychische Gesundheit bestellt war. Natürlich schloss man andere Faktoren aus, die ebenfalls die mentale Gesundheit beeinträchtigen könnten, wie etwa Bewegungsmangel, schlechte Schlafhygiene, ungesunde Ernährung, chronische Erkrankungen usw.

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Mehr Rohkost – weniger Depressionen

Das Ergebnis war erstaunlich: Symptome psychischer Störungen wie etwa Depressionen traten seltener bei jenen Teilnehmern auf, die viel Rohkost verzehrten. Diese jungen Leute waren guter Stimmung, positiv eingestellt und mit ihrem Leben zufrieden. All das war bei den Kochkost-Essern deutlich reduziert.

Die Top 10 der rohen Früchte und Gemüse, die in obiger Studie mit besserer psychischer Gesundheit in Verbindung gebracht wurden, waren:

Dr. Conner findet: “Unsere Forschungsergebnisse sind ausserordentlich wichtig, da gerade die richtige Ernährung oder andere Lebensstilfaktoren sichere und leicht anwendbare Massnahmen darstellen, um die psychische Gesundheit zu verbessern.“

Köstliche Rohkost-Rezepte

Greifen Sie daher häufiger zu Rohkost! Köstliche Rohkost-Rezepte finden Sie in unserer Rezepterubrik, z. B. hier:

Die Verzehrregeln für Rohkost – damit Rohkost verträglich wird

Sollten Sie Probleme bei der Verdauung von Rohkost haben, dann achten Sie auf die richtigen Verzehrregeln, die Rohkost besser verträglich machen:

  1. Rohkost immer vor Kochkost essen, nicht dazu und nicht danach.
  2. Früchte für sich allein auf leeren Magen essen.
  3. Rohkost gründlich kauen und damit sehr langsam essen.
  4. Trinkbare Rohkost wie Smoothies sehr langsam trinken und vor dem Schlucken gut einspeicheln.
  5. Nicht zu viele rohe Gemüse mischen, zwei oder drei Sorten in einem Salat genügen bei empfindlichem Verdauungssystem vollkommen.
  6. Trinken Sie nichts zu Rohkost, besser 1 Stunde Abstand halten.
  7. Essen Sie Rohkost morgens bis zum frühen Nachmittag, besser nicht am Abend, da ein schwaches Verdauungssystem die Rohkost dann nicht mehr so gut verdauen kann und sie schwer im Magen-Darm-Trakt zu liegen kommt.
  8. Denken Sie daran, dass ein Verdauungssystem, das Rohkost nicht gewöhnt ist, Zeit braucht, sich umzustellen. Mit den hier genannten Regeln klappt es viel leichter!

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Manon G. schrieb am 29.04.2018

Liebes Team von Zentrum der Gesundheit,

in ihrem Artikel unterscheiden sie zwischen Rohkost und gekochtem Gemüse, aber wie verhält es sich mit gegartem Gemüse? Das Garen soll ja gesünder sein. Stimmt das auch in diesem Fall, wo es um die Psyche geht?

Viele Grüße

Gordita

Antwort vom Zentrum der Gesundheit

Hallo Gordita

Der Begriff "gekocht" steht hier für alle Formen des Erhitzens.

Viele Grüsse

Ihr Team vom

Zentrum der Gesundheit

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