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Kinder/Schwangerschaft
Gesunde Ernährung macht Kinder glücklich

  • Autor: Carina Rehberg
  • veröffentlicht: 09.01.2018
Gesunde Ernährung macht Kinder glücklich
© istockphoto.com/Ivlianna

Die Art der Ernährung hat grossen Einfluss auf die Gesundheit – und zwar nicht nur auf die körperliche Gesundheit, sondern auch auf die seelische. In einer Studie zeigte sich, dass Kinder, die gesund essen, auch mit grösserer Wahrscheinlichkeit glückliche Kinder sind. Je ungesünder sie sich hingegen ernährten, umso mehr psychische Probleme hatten sie. Auch der umgekehrte Zusammenhang konnte beobachtet werden, nämlich dass sich glückliche Kinder automatisch gesünder ernähren als jene, die sich in einem nicht so stabilen emotionalen Zustand befinden.

Gesunde Ernährung stabilisiert Kinderpsyche

Eine gesunde Ernährung steht derzeit insbesondere im Zusammenhang mit der Kindergesundheit im Fokus der Wissenschaft. Denn Kinder werden immer dicker, und die Ernährung zählt zu den wichtigsten Ursachen des kindlichen Übergewichts.

Wer nun jedoch übergewichtig ist, leidet nicht nur unter dem Gewicht an sich. Oft haben übergewichtige Kinder ein nur geringes Selbstwertgefühl und ein negatives Körperbild. Auch leiden sie eher unter Depressionen als Normalgewichtige.

In einer Studie, die Mitte Dezember 2017 im Fachjournal BMC Public Health veröffentlicht wurde, zeigte sich, dass die genannten psychischen Probleme geringer waren, wenn die Kinder eine gesunde Ernährung erhielten – und zwar unabhängig davon, ob sie nun übergewichtig waren oder nicht.

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Mehr Selbstwertgefühl und weniger seelische Probleme

Ein Team der Sahlgrenska Academy der University of Gothenburg in Schweden nutzte für diese Untersuchung die Daten einer grossen prospektiven Kohortenstudie, der Identification and Prevention of Dietary- and Lifestyle-Induced Health Effects in Children and Infants Study (Studie zur Identifizierung und Vorbeugung ernährungs- und lebensstilbedingter gesundheitlicher Auswirkungen bei Kindern und Kleinkindern).

Teilnehmer waren 7.675 Kinder zwischen 2 und 9 Jahren aus acht europäischen Ländern. Die Forscher untersuchten nun die Ernährung der Kinder über einen Zeitraum von zwei bis drei Jahren. Sie schauten ausserdem nach dem Selbstwertgefühl der Kinder, nach möglichen seelischen Problemen und dem Verhältnis zu den Eltern und Gleichaltrigen.

Studienautorin Dr. Louise Arvidsson erklärte: „Wir stellten fest, dass es Kindern psychisch umso besser geht, je gesünder sie essen. Sie haben weniger emotionale Probleme, gesündere Beziehungen zu anderen Kindern und ein höheres Selbstwertgefühl. Eine gesunde Ernährung kann also ganz offensichtlich das psychische Wohlbefinden von Kindern verbessern.“

Mehr Gemüse – ausgeglichene Psyche

Interessant war dabei, dass die Ernährung das psychische Wohlbefinden von Kindern völlig unabhängig vom Gewicht und dem jeweiligen sozioökonomischen Status beeinflusste. Die Ernährung konnte die Psyche der Kinder also auch dann positiv beeinflussen, wenn ihre Eltern weniger wohlhabend oder nicht so gebildet waren.

Ganz konkret sahen die Ergebnisse der Studie folgendermassen aus: Wenn Kinder viel Obst und Gemüse zu sich nahmen (400 bis 500 g pro Tag) verfügten sie über eine ausgeglichene Psyche, hatten ein hohes Selbstwertgefühl und gesunde Beziehungen zu den Eltern und Gleichaltrigen. Wurden häufig Vollkornprodukte verzehrt, kamen die jeweiligen Kinder besser mit ihren Kameraden zurecht als Kinder, die eher Weissmehlprodukte konsumierten. Wenn Kinder gerne Fisch assen (zwei- bis dreimal wöchentlich) hatten sie ein besseres Selbstwertgefühl und keine Probleme mit Gleichaltrigen.

Das Fernstudium der ganzheitlichen Ernährungsberatung

Je höher das Selbstwertgefühl, umso weniger Zucker

Der Zusammenhang war ausserdem in beide Richtungen zu beobachten: Kinder, die psychisch ausgeglichen waren, assen gerne Früchte. Je höher ferner ihr Selbstwertgefühl war, umso weniger Zucker assen sie. Selbst direkt in der Studie war der Unterschied zu erkennen, da die Kinder, die sich ungesund ernährten, häufiger die Studie abbrachen als die gesund essenden Kinder.

Wurde ferner die Ernährung im Laufe von drei Jahren immer weiter optimiert und gesünder gestaltet, verbesserte sich auch das psychische Wohlbefinden der Kinder. Wie schon andere Forscher vermutet hatten, ist es also tatsächlich so, dass die Emotionen die Ernährung beeinflussen und umgekehrt die Ernährung die Emotionen reguliert.

Gesunde Ernährung bei Kindern mit psychischen Störungen

Dr. Arvidsson ist der Meinung, dass der gefundene Zusammenhang nun in weiteren Studien überprüft werden müsse, beispielsweise bei Kindern, die an Depressionen, Angstzuständen oder anderen Verhaltensstörungen leiden. Dann würde sich zeigen, ob die Ernährung nicht nur das Wohlbefinden im Allgemeinen verbessern könnte, sondern die Psyche auch dann beeinflusst, wenn bereits eine entsprechende Störung vorliegt.

Ganz so neu ist der Ansatz natürlich nicht. Denn man weiss längst, dass z. B. eine Ernährung, die reich an Zucker und ungesunden Fetten ist, die Intelligenz von Kindern senkt, dass eine ungesunde Ernnährung das ADHS-Risiko erhöht und dass ADHS umso stärker ausgeprägt ist, je eher das jeweilige Kind an Nährstoffmängeln leidet und sich ungesund ernährt. Auch bei Erwachsenen liegen bereits Studien vor, die zeigen, wie gut die Ernährung Depressionen bis hin zur Schizophrenie beeinflussen kann.

Wie Sie Ihrem Kind helfen können, sich gesünder zu ernähren, lesen Sie u. a. hier: 3 Tipps, damit Kinder mehr Gemüse essen und 10 Tipps, damit Kinder mehr Gemüse essen.

Tipps für eine gesunde Ernährung in der Kita finden Sie hier: Gesunde Ernährung in der Kita

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Quellen

  • Newman T, Diet is the key to kids' health and happiness, Medical News Today, 23.12.2017, (Quelle als PDF)
  • Arvidsson L, Lissner L et al., Bidirectional associations between psychosocial well-being and adherence to healthy dietary guidelines in European children: prospective findings from the IDEFICS study, BMC Public Health, 14.12.2017, (Quelle als PDF)
  • Macht M, How emotions affect eating: A five-way model, Appetite, Januar 2008, (Quelle als PDF)
  • Rankin J, Baker JS et al., Psychological consequences of childhood obesity: psychiatric comorbidity and prevention, Adolesc Health Med Ther, November 2016, (Quelle als PDF)