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Naturheilkunde/Therapie
Fenchel hilft in den Wechseljahren

  • Autor: Carina Rehberg
  • aktualisiert: 06.06.2017
Fenchel hilft in den Wechseljahren
© Voyagerix – Fotolia.com

Fenchel kann die typischen Beschwerden in den Wechseljahren lindern – verkündet die North American Menopause Society. Fenchel ist eine Pflanze, die vielseitig verwendbar ist: als Gemüse, als Gewürz und als Heilmittel. Bekannt ist die Anwendung des Fenchels als Magen-Darm-Tee, der schon Säuglingen bei Blähungen eingeflösst wird. Da der Fenchel jedoch östrogenähnlich wirkende Pflanzenstoffe enthält, hat er sich nun auch als nebenwirkungsfreier Helfer bei Wechseljahresbeschwerden bewährt. Dazu genügte offenbar bereits die Einnahme von zwei Fenchelkapseln täglich.

Fenchel bei Beschwerden der Wechseljahre

Die Phytotherapie gewinnt immer mehr an Popularität. Denn sie wirkt und hilft – und hat dabei nur selten ernsthafte Nebenwirkungen. Auch der Fenchel wird im Rahmen der Pflanzenheilkunde immer wieder gerne eingesetzt, besonders in Ländern, in denen die Pflanze heimisch ist, wie z. B. dem Iran. Dort untersuchten Forscher jetzt, wie sich der Fenchel auf Beschwerden der Wechseljahre auswirken kann.

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Fenchel: Gemüse, Gewürz und Heilpflanze

Der Fenchel (Foeniculum vulgare) ist eine Pflanze, die quasi von Kopf bis Fuss (von der Knolle bis zum Samen) nach Anis schmeckt. Die Knolle des Gemüsefenchels wird für Gemüsegerichte verwendet, der Samen des Gewürz- und Bitterfenchels als Gewürz, Heilmittel und zur Herstellung des ätherischen Öls.

Die Heilwirkungen des Fenchels

Gerade die Samen werden schon sehr lange als Hausmittel bei Verdauungsbeschwerden wie z. B. Blähungen und Völlegefühl eingesetzt und sind in fast jedem Magen-Darm-Tee enthalten. Schon Säuglinge erhalten Fencheltee, wenn sie an Bauchschmerzen leiden.

Aufgrund seiner krampflösenden Wirkung gilt der Fenchel auch als Heilpflanze bei Menstruationsbeschwerden. Und selbst beim prämenstruellen Syndrom (PMS) kann der Fenchel sehr gut verwendet werden. Darüberhinaus ist er oft Bestandteil von Milchbildungstees, da er den Milchfluss stillender Mütter fördern kann. Das ätherische Öl des Fenchels hilft ferner bei Atemwegsinfekten wie Halsschmerzen und Husten.

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Fenchel enthält pflanzliche Östrogene

Die iranische Studie, die im Mai 2017 im Fachjournal Menopause vorgestellt wurde, hatte nun ergeben, dass sich der Fenchel genausogut in der Therapie von Wechseljahresbeschwerden, wie z. B. Hitzewallungen, Schlaflosigkeit, Scheidentrockenheit, Erschöpfung, Gelenk- und Muskelschmerzen sowie Angstzuständen, einsetzen lässt – und zwar ohne Nebenwirkungen.

Der Einsatz naturheilkundlicher Methoden bei Wechseljahresbeschwerden ist sehr beliebt, da man auf diese Weise nicht selten die nebenwirkungsreiche Hormonersatztherapie umgehen kann. Da der Fenchel sog. Phytoöstrogene enthält, also Pflanzenstoffe, die östrogenähnliche Wirkungen entfalten, kann er bei Symptomen helfen, die auf entsprechenden hormonellen Störungen (Östrogenmangel, Östrogendominanz) beruhen.

Zwei Kapseln Fenchelextrakt pro Tag bei Wechseljahresbeschwerden

In der oben genannten Untersuchung der Universität Teheran hatten 79 iranische Frauen zwischen 45 und 60 Jahren über 8 Wochen hinweg zweimal täglich Kapseln (mit je 100 mg Fenchelextrakt aus den Fenchelsamen oder einem Placebo) erhalten. Das Alter der Probandinnen erscheint aus europäischer Sicht etwas niedrig, doch treten Frauen im Iran mit einem etwas jüngeren Alter in die Wechseljahre ein – nämlich im Durchschnitt drei Jahre früher als in Europa oder den USA üblich.

Fenchel hilft schon nach zwei Wochen gegen Beschwerden der Wechseljahre

Die Forscher um Dr. Fatemeh Rahimikian stellten fest, dass sich das Befinden der Fenchelgruppe schon nach zwei Wochen mehr als deutlich von jenem der Placebogruppe unterschied, so dass sie Fenchel als sichere, nebenwirkungsfreie sowie wirksame Therapiemöglichkeit zur Reduzierung von Wechseljahresbeschwerden empfahlen.

In einer früheren iranischen Studie (2016) hatte man bereits die Wirkung einer Creme mit 5 Prozent Fenchelextrakt bei vaginaler Atrophie untersucht. Bei der vaginalen Atrophie bildet sich die Schleimhaut der Scheidenwand zurück, was in schmerzhafter Scheidentrockenheit resultieren kann.

Die Studiengruppe umfasste 60 postmenopausale Frauen. Die Hälfte durfte die Fenchel-Creme einsetzen, die andere Hälfte erhielt eine Placebo-Creme. In der Fenchelgruppe normalisierte sich der pH-Wert der Scheide, und die Atrophie besserte sich deutlich.

Weitere natürliche Massnahmen zur Linderung von Wechseljahresbeschwerden finden Sie hier:

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