Cookies auf der ZDG-Website

Wir verwenden Cookies um Ihnen ein angenehmes Nutzungserlebnis zu ermöglichen. Wenn Sie fortfahren, stimmen Sie der Nutzung von Cookies zu. Weitere Informationen finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen

Vorsorge Gesundheit
Meditation und Musik bessern Erinnerungsvermögen

  • Autor: Carina Rehberg
  • aktualisiert: 14.03.2017
Meditation und Musik bessern Erinnerungsvermögen
© Syda Productions – Fotolia.com

Wenn man spürt, dass es mit der Erinnerung plötzlich hapert, dann können Meditation und Musik dabei helfen, dass sich das Erinnerungsvermögen wieder bessert. Besonders Personen, die zu den Risikogruppen für Alzheimer und Demenz zählen, können sich mit Meditation und Musik behelfen. Selbst wenn sich schon erste Erinnerungslücken zeigten, sollen diese beiden Massnahmen offenbar wieder zu einer Verbesserung des Erinnerungsvermögen führen.

Meditation und Musik für Alzheimer-Risikogruppen

Manche Menschen zählen zur Risikogruppe für Demenz und Alzheimer. Das ist dann der Fall, wenn Übergewicht besteht, wenn geraucht wird, jahrelang Dauerstress besteht und gleichzeitig Bewegungsmangel herrscht, wenn vielleicht seit vielen Jahren Depressionen vorliegen, wenn man langjähriger Bluthochdruckpatient ist, aber auch wenn ältere Familienmitglieder an Alzheimer erkrankt waren oder besonders früh dement wurden.

Weiss man um sein persönliches Risiko, dann beobachtet man sich selbst natürlich besonders genau – und fürchtet sich vor den ersten Anzeichen eines schlechter werdenden Gedächtnisses. Spätestens jetzt aber sollte man aktiv werden, besser natürlich schon vorher.

Zu den einfachen Massnahmen, einem Gedächtnisverlust vorzubeugen oder einen bereits eingetretetenen wieder rückgängig zu machen, gehören offenbar das Meditieren und das Musik hören – wie eine Studie ergab.

Mit Meditation und Musik: Erinnerungsvermögen bessert sich wieder

In einer Studie mit Erwachsenen, die bereits an ersten Anzeichen von Gedächtnisverlust litten, fanden Forscher der West Virginia University heraus, dass das Praktizieren einer leichten Meditation oder das Hören von Musik den Patienten gleich mehrfache gesundheitliche Vorteile verschaffen konnten.

Dem Team um Dr. Kim Innes standen 60 ältere Probanden zur Verfügung, die alle an einem sog. SCD (subjective cognitive decline, subjektive Abnahme der kognitiven Fähigkeiten) litten, einem Zustand, den man als erstes Alzheimer-Stadium deuten kann.

Die Teilnehmer wurden in zwei Gruppen aufgeteilt. Eine Gruppe erhielt eine Einweisung in eine Medition für Anfänger (Kirtan Kriya), die andere Gruppe folgte einem Musikprogramm, hörte also nach einem vorgeschriebenen Plan Musik.

Meditation: Kirtan Kriya

Bei Kirtan Kriya handelt es sich um eine Meditationsmethode aus dem Kundalini Yoga. Offenbar soll allein diese Methode genügen, um ein glückliches und erfülltes Leben zu führen, auch dann, wenn – aufgrund welcher Katastrophen auch immer – sämtliche Überlieferungen aus dem Kundalini verloren gehen sollten, so wird zumindest Yogi Bhajan zitiert, der das Kundalini Yoga in den Westen gebracht hat.

Bei der Kirtan Kriya kombiniert man das Rezitieren eines Mantras (Sa – Ta – Na – Ma) mit den Mudras (bestimmten Fingerhaltungen). Bei jeder Silbe berührt ein anderer Finger den Daumen. Man beginnt bei "Sa" mit der Berührung Daumen-Zeigefinger und macht dann weiter, bis man bei der Berührung Daumen-kleiner Finger angelangt ist. Details finden Sie hier: Kirtan Kriya

Simple Clean Banner

Musik: entspannende klassische Instrumentalmusik

Man weiss aus früheren Studien, dass Musik hören sehr positive Effekte auf das Gehirn hat. So können angenehme Klänge beispielsweise die Neubildung von Nervenzellen anregen, zu einer verstärkten synaptischen Plastizität (wichtig für Lernprozesse und Gedächtnis) führen und die Neurotransmitterspiegel positiv beeinflussen.

Beim regelmässigen Musik hören nimmt selbst die Gehirnmasse (graue und weisse Substanz) in bestimmten Gehirnregionen zu, die mit kognitiven Fähigkeiten in Verbindung stehen. Sogar bereits eingetretene alzheimertypische Gehirnschäden sollen sich mit Hilfe von Meditation und Musik hören zurückbilden können. Genauso Entzündungen, oxidativer Stress und andere Faktoren, die zu einem kognitiven Verfall führen.

In der vorliegenden Studie sollten die Teilnehmer der Musik-Gruppe daher täglich 12 Minuten lang entspannende Instrumentalmusik hören. Bekannt ist aber, dass auch andere Musikrichtungen wirksam sind, so lange sie den Geschmack des jeweiligen Menschen treffen.

Beide Methoden sollten 12 Wochen lang durchgeführt werden – 12 Minuten täglich.

Meditation und Musik: Drei Monate sind gut, sechs Monate sind besser

Im Fachmagazin Journal of Alzheimer's Disease wurden im Januar 2017 die Ergebnisse der Untersuchung publiziert: Sowohl die Meditation als auch das Musik hören führten innerhalb von drei Monaten zu bedeutenden und signifikanten Verbesserungen des Erinnerungsvermögens und der kognitiven Leistungen.

Wurden die Massnahmen weitere drei Monate lang, also insgesamt ein halbes Jahr lang fortgeführt, konnten die besseren kognitiven Fähigkeiten und das bessere Gedächtnis erhalten oder sogar noch weiter verbessert werden. Die Personen waren aufmerksamer, in ihren Reaktionen und Handlungen schneller und erinnerten sich umfassender.

Meditation und Musik: auch Schlaf und Laune bessern sich

Wie schon in einem früheren Artikel derselben Forschergruppe erklärt (J Alzheimer's Dis. 52 (4): 1277-1298), erlebten die Studienteilnehmer durch Meditation und Musik hören noch viele weitere Verbesserungen ihres gesundheitlichen Zustandes.

So schliefen sie beispielsweise viel besser, waren besserer Laune, hatten weniger Stress, fühlten sich insgesamt viel wohler und ausgeglichener, wobei alle diese Ziele in der Meditationsgruppe viel eindeutiger erreicht wurden. Auch hier konnten die positiven Auswirkungen nach weiteren drei Monaten (also insgesamt sechs Monaten) erhalten oder noch weiter verbessert werden.

Bei ersten Anzeichen von schlechtem Gedächtnis: Meditieren und Musik hören!

Es zeigte sich also, dass man selbst mit so einfachen Massnahmen, die nur wenig Zeit pro Tag kosten, wie Meditation (Kirtan Kriya) und Musik hören, älteren Menschen, die zur Alzheimer-Risikogruppe gehören, dabei helfen können, bereits eingetretene Gedächtnisverlusterscheinungen wieder umzukehren und ihre kognitiven Fähigkeiten wieder zu verbessern.

Weitere leicht umsetzbare Massnahmen, um einer Demenz vorzubeugen, finden Sie hier: Ganzheitliche Massnahmen gegen Alzheimer

Hier hören Sie eine sehr entspannende Instrumentalmusik, die Sie in Ihr Programm zur Alzheimer-Prophylaxe einbauen können: https://www.youtube.com/watch?v=IU13sdrLQ-M

Ihre Ausbildung zum ganzheitlichen Ernährungsberater

Gesunde Ernährung ist Ihre Leidenschaft? Sie lieben die basenüberschüssige, naturbelassene Ernährung? Sie möchten gerne die Zusammenhänge zwischen unserer Nahrung und unserer Gesundheit aus ganzheitlicher Sicht verstehen? Sie wünschen sich nichts mehr als all Ihr Wissen rund um Gesundheit und Ernährung zu Ihrem Beruf zu machen?

Die Akademie der Naturheilkunde bildet Menschen wie Sie in 12 bis 18 Monaten zum Fachberater für holistische Gesundheit aus. Wenn Sie mehr über das Fernstudium an der Akademie der Naturheilkunde wissen möchten, dann erfahren Sie hier alle Details sowie Feedbacks von aktuellen und ehemaligen TeilnehmerInnen.

Mehr zu diesem Artikel

Teilen Sie diesen Artikel

Leserkommentare

Alle 1 Kommentare anzeigen

Ihr Kommentar

Um einen Kommentar abzugeben müssen Sie angemeldet sein.

Anmelden Registrieren

Zuletzt kommentiert

Jupiter schrieb am 18.03.2017

Vielen Dank für den Artikel! Warum sind es denn genau 12 Minuten Musik hören? Oder andersherum gefragt: Wenn man länger als 12 Minuten Musik hört, ist der Effekt dann größer oder kleiner oder gleich? Und beziehen sich die 12 Minuten nur aufs Musik hören oder auch auf die Meditation? Vielen Dank! MfG Jupiter

Antwort vom Zentrum der Gesundheit

Hallo Jupiter

In unseren Artikeln stellen wir Studien von Universitäten auf der ganzen Welt vor. Warum die beteiligten Forscher so oder so vorgingen, können wir Ihnen daher nicht beantworten. Wir geben jedoch stets die Quelle an, wo Sie immer auch die Kontaktdaten der Forscher finden. In diesem Fall handelt es sich um Dr. Kim Innes mit den folgenden Kontaktdaten: Kim E. Innes, MSPH, PhD, Department of Epidemiology, WVU School of Public Health, PO Box 9190, Morgantown, WV 26506, USA. Tel.: +1 304 293 5206; Fax:+1 304 293 2700; E-mail: KInnes@hsc.wvu.edu.

Viele Grüsse

Ihr Team vom
Zentrum der Gesundheit

Quellen