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Naturheilkunde/Therapie
ALS: Richtige Ernährung verlangsamt Verlauf

  • Autor: Carina Rehberg
  • aktualisiert: 02.03.2017
ALS: Richtige Ernährung verlangsamt Verlauf
© M.studio – Fotolia.com

ALS steht für Amyotrophe Lateralsklerose. Es handelt sich um eine bislang unheilbare Erkrankung des motorischen Nervensystems. Doch auch wenn eine Heilung nicht möglich sein mag, so kann man doch versuchen, das Fortschreiten der Krankheit etwas zu bremsen. In einer Studie vom November 2016 stellten Forscher fest, dass sich der Verlauf der ALS mit der richtigen Ernährung verlangsamen lässt. Eine gesunde Ernährung hat also auch auf unheilbar geltende Krankheiten positive Einflüsse und lohnt sich daher in jedem Fall.

Bei ALS: Je gesünder die Ernährung, desto leichter der Verlauf

ALS ist eine schwere neurodegenerative Erkrankung, die zu Muskelschwund, Spastiken, Lähmungen der Gliedmassen und schliesslich auch zur Lähmung der Atemmuskulatur führt. Nach der Diagnose beträgt die durchschnittliche Lebenserwartung meist nur noch zwischen 20 und 48 Monaten. Etwa 10 bis 20 Prozent der Patienten leben noch länger als 10 Jahre.

Eine Ernährung, die reich an Antioxidantien und Carotinoiden ist, wird mit einem besseren Befinden bei Patienten mit der Amyotrophen Lateralsklerose in Zusammenhang gebracht, so Forscher der Columbia University's Mailman School of Public Health.

Das Team um Dr. Jeri W. Nieves, Professorin für Epidemiologie, untersuchte die mögliche Verbindung zwischen der Qualität und Art der Ernährung und dem Schweregrad der ALS bei Patienten, die seit mindestens 18 Monaten unter ALS-Symptomen litten. 302 ALS-Patienten wurden für die Studie in 16 unterschiedlichen Kliniken in den USA befragt und untersucht.

Es handelt sich um die erste Studie, die sich dem Einfluss der Ernährung auf die ALS widmet und somit auch um die erste Studie, die zeigen konnte, dass gesunde Nährstoffe und Antioxidantien zu einem besseren Befinden bei ALS führen können bzw. das Risiko an ALS zu erkranken, höchstwahrscheinlich reduzieren können.

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Richtige Ernährung bei ALS: Obst und Gemüse

Dr. Nieves erklärte im Fachjournal JAMA Neurology, dass es Patienten, die reichlich Früchte und Gemüse essen, schon zum Zeitpunkt ihrer Diagnose besser gehe als Patienten, die sich nicht so gesund ernährten.

Es scheint, dass die Ernährung auch bei ALS eine bedeutende Rolle spielt – und zwar sowohl bei der Entstehung der Krankheit als auch im Hinblick auf ihren Verlauf", erklärte Dr. Nieves. "Patienten mit ALS sollten in jedem Falle besonders viele Lebensmittel essen, die reich an Antioxidantien und Carotinoiden sind. Ballaststoffreiche Lebensmittel wie Vollkornprodukte und Hülsenfrüchte sind ebenfalls sehr wichtig. Auch dürfen Fisch und Geflügel gegessen werden."

Falsche Ernährung bei ALS: Milchprodukte und Wurst

Wer unter den ALS-Patienten jedoch Milchprodukte und Wurst ass, hatte ein aktuell schlechteres Befinden und musste überdies mit einem schwereren Verlauf der Krankheit rechnen.

Dr. Nieves nutzte zwei verschiedene statistische Analysen und stellte fest, dass beide zu demselben Ergebnis führten:

  1. Die Ernährung hilft dabei, den Schweregrad von ALS zu reduzieren.
  2. Oxidativer Stress spielt eine enorm wichtige Rolle bei ALS, weshalb eine antioxidantienreiche Ernährung den Krankheitsverlauf abmildern kann.
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Gesunde Ernährung für ALS-Patienten

Die Lebensmittel und Nährstoffe, die bei ALS helfen können, sind nun natürlich keine Unbekannten. Sie werden zur Prävention vieler anderer chronischer Krankheiten ebenfalls empfohlen", bemerkte Dr. Nieves.
Unsere Querschnittsstudie ist auf die Ergebnisse aus Fragebögen zurückzuführen, die nicht immer hundertprozentig zuverlässig sind", bemerkte Dr. Nieves. "Dennoch sollten jene, die für die Ernährung von ALS-Patienten zuständig sind, die Speisepläne bevorzugt aus antioxidantien- und carotinoidreichen Früchten und Gemüsen zusammenstellen."

Antioxidantien und antioxidantienreiche Lebensmittel

Lebensmittel, die reich an Antioxidantien und Carotinoiden sind, sind beispielsweise die nachfolgend aufgeführten. Links finden Sie die jeweiligen Antioxidantien und in der rechten Spalte die Lebensmittel, die diese Antioxidantien enthalten:

Alliin:Lauch, Knoblauch, Zwiebel
Anthocyane:Aubergine, Blaue Trauben, Beeren
Carotinoide:Kürbis, Mangos, Aprikosen, Karotten, Spinat, Petersilie, Sanddorn
Catechine:Rotweinextrakt, Grüntee, Granatapfel
Glucosinolate:Brokkoli und alle Kohlarten, Kresse, Senf, Rettich, Radieschen etc.
Flavonoide:Rotweinextrakt, Grüntee, Zitrusfrüchte, Zwiebeln, Äpfel
Lignane:Leinsaat, Sesam, Kürbiskerne
Lycopin:Tomaten, Pink Grapefruit, Wassermelone
Polyphenole:Thymian, Oregano
Selen:Paranüsse
Vitamin C:Zitrusfrüchte, Kiwi, Brokkoli, Paprika, Sanddorn, Acerolapulver
Vitamin E:Pflanzenöle (besonders Weizenkeimöl), Nüsse, Avocados

Antioxidantien in Form von Nahrungsergänzungsmitteln

Natürlich können hochwirksame Antioxidantien auch in konzentrierter Form als Nahrungsergänzung eingenommen werden. Zu den stärksten Antioxidantien gehören:

Lesen Sie auch unseren Artikel: Quecksilber im Fisch: Risikofaktor für ALS

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Denver schrieb am 12.11.2016

Hallo liebes Team, ich esse täglich glutenfreie Haferflocken auf 2 Shakes verteilt jeweils 125g. Gesamt also 250g und trotzdem esse ich genug Obst Gemüse und auch andere Lebensmittel. Mein Shake richte ich auch immer mit 100g jeglicher gefrorenen Beeren an Immer alles Bio. Ich weiche die Haferflocken eine halbe stunde ein und mixxe dann alles zusammen und esse es. Meine Frage . Ich habe in einer ihrer Antwort gelesen, dass Getreide nicht als Hauptnahrungsmittel genutzt werden sollte. Ja ich esse es eigentlich täglich, mit dem sätigungsgefühl habe ich jedoch keine Probleme. Ich möchte keinen Vitalstoffmangel bekommen. Frage 1 Sollte ich den Anteil an Haferflocken lieber reduzieren ? Vitamin C soll ja in Kombination mit Phytinsäure gut sein. Das ist ja in Beeren enthalten. Weiterhin esse ich abwechslungsreich ab und zu Reis, Buchweizen, Amaranth, Hirse, Kichererbsen. Alles abwechslungsreich und nie in übermengen. Lieben Gruß

Antwort vom Zentrum der Gesundheit

Hallo Denver

Hafer ist mit das verträglichste un beste Getreide. Sie können also genauso weiter verfahren :-). Alles Gute und viele Grüsse

Ihr Team vom
Zentrum der Gesundheit

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