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Naturheilkunde/Therapie
Meditation hilft bei ALS

  • Autor: Carina Rehberg
  • aktualisiert: 18.05.2017
Meditation hilft bei ALS
© ZephyrMedia – Shutterstock.com

Wer eine ALS-Diagnose bekommt, ist erst einmal schockiert und muss sich mit ganz neuen Zukunftsperspektiven arrangieren. ALS ist die Abkürzung für Amyotrophe Lateralsklerose, einer chronisch degenerativen Erkrankung des motorischen Nervensystems. Das heisst, es sind insbesondere die Nerven des Bewegungsapparates betroffen, so dass die Krankheit im Laufe einiger Jahre zu immer mehr Bewegungseinschränkungen führt. In einer Studie zeigte sich nun, dass regelmässige Meditation das psychische Befinden von ALS-Patienten deutlich verbessern kann.

Amyotrophe Lateralsklerose: Meditation bessert das Wohlbefinden

Die Amyotrophe Lateralsklerose tritt meist zwischen dem 50. und 70. Lebensjahr in Erscheinung. Es kommt dabei aufgrund der ungünstigen Prognose nicht selten zu schweren Depressionen. Dabei sind die depressiven Phasen natürlich umso intensiver, je stärker die Bewegungseinschränkungen durch die Krankheit und je schneller die Krankheit fortschreitet.

Wir hatten schon hier beschrieben (Gesunde Ernährung bei ALS), wie eine gesunde antioxidantienreiche Ernährung den Verlauf einer ALS verlangsamen kann, so dass es also durchaus Möglichkeiten gibt, die Krankheit in gewisser Weise zu beeinflussen.

Um den psychischen Leidensdruck bei der ALS zu mildern, ist – wie in jeder belastenden Situation – die Meditation eine Möglichkeit zur Verbesserung der psychischen Gesundheit und somit auch der Lebensqualität.

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Meditation lindert nachhaltig Depressionen bei ALS

Italienische Forscher berichteten im Februar 2017 von einer klinischen Studie mit 100 ALS-Patienten, die irgendwann in den letzten 18 Monaten vor dem Start der Studie ihre ALS-Diagnose erhalten hatten. Es handelte sich um eine randomisierte und kontrollierte Untersuchung, bei der die Betroffenen entweder eine ganz normale psychologische Unterstützung erhielten oder acht Wochen lang regelmässig meditierten. Das Meditationstraining bestand aus dem original achtsamkeitsbasierten Stressreduktionsprogramm (MBSR – Mindfulness-Based Stress Reduction), das auf ALS-Patienten zurecht geschnitten wurde.

Die Meditationsgruppe berichtete nach Ablauf der ersten acht Wochen von deutlich weniger Ängsten, negativen Emotionen und Depressionen. Diese positive Auswirkung der Meditation blieb ausserdem noch mindestens 12 Monate hinweg bestehen. Bei vielen Patienten besserte sich der Zustand in diesem Zeitraum sogar noch weiter.

Meditation erlernen – Bei ALS besser drauf sein

Bisher gab es sehr wenige Nachforschungen zu psychologischen Verfahren, die bei ALS die Lebensqualität verbessern könnten. Ich fand das sehr seltsam, denn wir können die Krankheit zwar nicht heilen und sind alle der Meinung, dass die Verbesserung der Lebensqualität das Hauptziel bei ALS sein sollte, aber tun nichts dafür, um herauszufinden, wie dieses Ziel am besten erreicht werden könnte", so Dr. Francesco Pagnini, Autor der Studie, die im EuropeanJournal of Neurologyveröffentlicht wurde.

Unsere Studie ist die erste kontrollierte Untersuchung auf diesem Gebiet. Sie zeigt, dass achtsamkeitsbasierte Verfahren ein sehr wichtiges Werkzeug darstellen, um das Wohlbefinden von ALS-Patienten zu verbessern."

Kurse, in denen Sie das Achtsamkeitsbasierte Stressreduktionsprogramm kennenlernen können, werden in vielen Orten angeboten. Die Methode wird meist in 8-Wochen-Kursen von 4 bis 15 Teilnehmern erlernt. Natürlich gibt es auch Folgekurse, Urlaubskurse oder Ausbildungskurse zum MBSR-Lehrer. Informationen und Kurstermine finden Sie z. B. beim MBSR-Verband.

Wie ein häufiger Verzehr von Fisch das Risiko für ALS erhöhen kann, lesen Sie hier: Fisch erhöht ALS-Risiko

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